Die Diakonissen leben, wenn möglich, in Gruppen zusammen.


Alltagsleben:

Zurzeit sind die meisten Diakonissen im Feierabend, d.h. sie sind aus dem aktiven Erwerbsleben ausgeschieden. Die Feierabendschwestern wohnen in vier Feierabendhäusern und werden dort versorgt und, wenn nötig, gepflegt. Jede Schwester entscheidet selbst, in welchem Umfang sie sich wo mit ihren Gaben einbringen kann und möchte. Der Fürbittdienst der Feierabendschwestern nimmt einen hohen Stellenwert ein.

Die „arbeitenden Schwestern“, d.h. die im aktiven Erwerbsleben stehenden Diakonissen, wohnen z.T. zwischen den Feierabendschwestern. Im Mutterhaus ist eine kleine Wohngruppe, die sich ganz selbst versorgt.

Jedes Haus hat seine „Hauskonferenz“, in der die Anliegen vor Ort angesprochen werden.

Innerhalb der Gesamtgemeinschaft ist durch Strukturen dafür gesorgt, dass keine Schwester zu einsam wird: Es gibt das dreifache Netz der Wohngruppe, der Berufsgruppe und der Einsegnungsgruppe (d.h. der Schwestern, die gemeinsam mit dem kirchlichen Amt der Diakonie beauftragt wurden).

 

Leitungsstruktur der Diakonissengemeinschaft:

Für die Fragen der gesamten Diakonissenschaft wird die Leitung der Gemeinschaft gewählt:

Der Rektor der Diakonie Neuendettelsau, der gemäß der Satzung ein Pfarrer der Evang.-Luth. Kirche in Bayern sein muss, gehört von Amts wegen dazu. Bei der Wahl eines Rektors ist deshalb die Zustimmung der Diakonissengemeinschaft einzuholen.

Die Oberin wird entweder aus der Gemeinschaft oder von außerhalb gewählt. Alle Diakonissen haben das Wahlrecht. 2002 wurde Erna Biewald als erste „Externe“ zur Oberin gewählt. Einige Jahre später hörte sie für sich den Ruf, sich auch der Diakonissengemeinschaft anzuschließen. Seit 2010 ist sie eingesegnete Diakonisse.
Die Oberin vertritt die Diakonissengemeinschaft nach außen und entscheidet gemeinsam mit dem Diakonissenrat die Angelegenheiten nach innen.

Der Diakonissenrat wird alle vier Jahre von den Diakonissen aus ihren eigenen Reihen gewählt. In ihm sitzen sowohl im aktiven Erwerbsleben stehende Diakonissen als auch Feierabendschwestern.

Diese Leitung trifft alle Entscheidungen, die die ganze Gemeinschaft betreffen:
• Aufgabe bisheriger oder Aufnahme neuer Arbeitsgebiete
• Aufnahme neuer Mitglieder in die Gemeinschaft
• Falls nötig: Ausschluss eines Mitgliedes aus der Gemeinschaft
• Zusatzausbildung von Diakonissen
• Höhe der finanziellen Zuwendungen
• etc.

 

Die Diakonissengemeinschaft – Teil der Diakonie Neuendettelsau:

Die Diakonie Neuendettelsau ist entstanden aus der von Wilhelm Löhe am 9. Mai 1854 gegründeten Diakonissenanstalt, die 1974 in das Evangelisch-Lutherische Diakoniewerk Neuendettelsau umgewandelt wurde.
Die Diakonissengemeinschaft steht innerhalb der Diakonie Neuendettelsau und in einem gegenseitigen Treu- und Sorgeverhältnis zu ihr.
Die Oberin der Diakonissengemeinschaft trägt als Mitglied des Direktoriums mit an der Gesamtverantwortung für die Diakonie Neuendettelsau mit ihren rund 6.500 Mitarbeitenden.